Fussballplätze – Natur-oder Kunststoffrasen?

Fussballplätze – Natur-oder Kunststoffrasen?

Die Frage nach der besten Unterlage für den Fussball ist sehr aktuell. Soll es Natur- oder Kunststoffrasen sein? Über 150 Fachleute interessierten sich für dieses Thema und nahmen an der diesjährigen Tagung des Fachbereichs Sportanlagen in Magglingen teil.

Text: Komm BASPO

Pierre-Yves Bovigny von der Sportplatzkommission des Schweizerischen Fussballverbandes legte die Anforderungen an einen Fussballrasen aus Sicht des Spielbetriebes dar. Diese sind für die Super League und die Challenge League unterschiedlich und werden in den entsprechenden Stadionkatalogen definiert.

Züchtungsfortschritte bei Grasarten
In der Folge wurden insbesondere technische Aspekte angesprochen. Beim Naturrasen sind Züchtungsfortschritte bei den verschiedenen Grasarten und Sorten zu verzeichnen, die zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit beitragen. In seinem Referat erklärte Bernhard Schenk (Winterthur), dass dies unter anderem die Krankheitsresistenz, die Verträglichkeit gegen Trockenheit und die Regenerationsfähigkeit betreffe. Ebenso wichtig für einen qualitativ guten Rasen sind die auf den Standort abgestimmte richtige Konstruktionsweise und die entsprechende Pflege.

Materialwahl optimieren
Jürgen Morton-Finger (Abtsteinach) ging als Vertreter der Kunststoffrasenindustrie auf die Entwicklungen bei den Fasern ein. Diese definieren im Wesentlichen die Lebensdauer eines Kunststoffrasens. Die Industrie ist bestrebt, die Widerstandsfähigkeit der Grasfasern durch eine optimierte Materialwahl und verbesserte Geometrie der Halme zu erhöhen.

Feldversuche in Basel
Neben dem Natur- und Kunststoffrasen existieren auf dem Markt verschiedene Arten von Mischformen, den sogenannten Hybridrasen. Dabei handelt es sich um Systeme, mit denen die mechanische Belastbarkeit von Rasensportplätzen erhöht werden soll. Dies geschieht durch die Stabilisierung der Rasentragschicht oder der Rasennarbe durch Kunststoffasern oder Kunststoffmatten. Wie Dr. Paul Baader (Mannheim) dargelegte, werden nun verschiedene Systeme in Basel einem Feldversuch unterzogen.

Viel Überzeugungsarbeit
In weiteren Referaten wurden von Hans Graber (Basel), Christian Bigler (Bern) und Philippe Fragnière (Bulle) verschiedene Aspekte zur Nutzungsoptimierung sowie bedarfsspezifische Fragen und deren Umsetzung in den Gemeinden thematisiert. Dabei wurde aufgezeigt, dass der Neu- oder Umbau von Sportplätzen oft langwierige Prozesse bewirken, bei denen viele Beteiligte von der Notwendigkeit der Anlagen überzeugt werden müssen.

Neben der vieldiskutierten Übernutzung der Sportplätze kann aber auch die Unternutzung problematisch sein und in der Folge zu einer Erhöhung der Regenwurmpopulation führen. Niklaus Schwarz erläuterte in seinem Bericht zu einem Feldversuch in Magglingen, wie dieser Problematik begegnet werden kann.

Grosse Bedeutung für Fussballqualität
Im Schlussreferat wies Peter Knäbel, Technischer Direktor des Schweizerischen Fussballverbandes, auf die grosse Bedeutung des Rasens für das Fussballspiel hin. Die Oberfläche habe durchaus einen Einfluss auf die Spielweise der Fussballspieler und somit auf die Qualität des Produkts «Fussball» und sagte: «Ich bedanke mich bei allen Akteuren, die sich für eine gute Rasenqualität engagieren.»

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ssp

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