Peter Knäbel: „Ich habe nur meinen Job gemacht“

Peter Knäbel: „Ich habe nur meinen Job gemacht“

Peter Knäbel wird beim Hamburger SV per 1. Oktober Direktor Profifussball. Der langjährige Technische Direktor des Schweizerischen Fussballverbands blickt zurück und in die Zukunft.

Peter Knäbel, über Sie sagt SFV-Präsident Peter Gilliéron, Sie hätten 24 Stunden am Tag Fussball geatmet, Fussball gelebt, auf vielen Ebenen enorm viel bewegt und den SFV entsprechend weitergebracht. Gibt es aus Ihren fünf Jahren ein Ereignis, das Sie als Highlight hervorheben möchten?
Knäbel: (ohne lange nachzudenken) Die Olympischen Spiele 2012 in London! Natürlich bleiben auch der U17-WM-Titel 2009 und der U21-EURO-Final 2011, teilweise mit gleichen Spielern, in bester Erinnerung, auch weil sie dieses Olympia-Erlebnis erst möglich machten.

Für viele sind die Olympischen Spiele eng verbunden mit dem „Fall Morganella“…
Knäbel: Für mich auch, aber eben auch positiv! Da hätte wegen eines Tweets eines jungen, nach einer Niederlage stark emotionalisierten Spielers der Fussball nachhaltig Schaden erleiden können. Aber wie das der Staff in London mit Support aus der Heimat meistern konnte, war grossartiges Teamwork.

Eines Ihrer deklarierten Ziele beim Amtsantritt lautete: Die Schweiz ein Stück mehr zur Fussball-Nation zu machen. Sie haben enorm viel beigetragen, dass man diesbezüglich nur positiv Bilanz ziehen kann.
Knäbel: Wenn man die Szenen von den Public Viewings während der letzten WM oder die Stimmung im St. Jakob-Park bei Schweiz-England heranzieht, macht das schon Freude und auch ein bisschen stolz. Ich denke, dass ich noch nie so viel Aufwand geleistet habe wie in den letzten fünf Jahren. Aber um auf ein gewisses Niveau zu kommen, muss man dies tun. Unter dem Strich habe ich nur meinen Job gemacht. Es kann im Sport immer Hochs und Tiefs geben, aber man kann immer seinen Job machen. Das tun beim SFV sehr viele. Darum ist es gelungen, den nationalen Spitzensport an vorderster Front mitzugestalten.

Ihre ersten Ziele beim Hamburger SV?
Knäbel: Stabilisierung. Wir müssen in sicheres Fahrwasser kommen. Aber zu viel will ich jetzt nicht von Zielsetzungen sprechen. Ich mache jetzt nicht aus der Ferne eine Analyse des HSV, sondern mir ein möglichst vollständiges Bild vor Ort. Dann sehe ich, wo ich als erstes anpacken will. Es ist eine Challenge, die grösste Veränderung in meinem beruflichen Leben, aber es war vor fünf Jahren auch eine Challenge, beim SFV einzusteigen. Und daraus ist auch etwas geworden. (MVA)

Steckbrief Peter Knäbel

Stationen als Spieler:

1984-1988 VfL Bochum
1988-1993 FC St. Pauli
1993-1994 1. FC Saarbrücken
1994-1995 TSV 1860 München
1995 – FC St. Gallen (Leihe)
1995-1998 1. FC Nürnberg
1998-2003 FC Winterthur

Stationen als Trainer:

1995-1998 1. FC Nürnberg Jugend
1998-2000 FC Winterthur

Stationen als Manager/Direktor:

2000-2003 Manager und Jugend-/Amateurkoordinator FC Winterthur
2003-2006 Technischer Direktor FC Basel
2006-2009 Nachwuchschef FC Basel
2009-2014 Technischer Direktor des Schweizer Fussballverbandes

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