Studie „Sport im Kanton Basel-Landschaft“

Studie „Sport im Kanton Basel-Landschaft“

Baselbieter Sportlerinnen und Sportler so aktiv wie noch nie

Gegen drei Viertel der Baselbieter Bevölkerung im Alter von 15 bis 74 Jahren treibt mindestens einmal pro Woche Sport. Der Anteil an sehr aktiven Sportlerinnen und Sportlern ist in den letzten sechs Jahren gestiegen. Zugelegt hat aber auch die Gruppe der Nichtsportlerinnen und Nichtsportler. Dies geht aus der Studie „Sport im Kanton Basel-Landschaft 2014“ hervor.

Liestal. Nach 2008 wurde die kantonale Zusatzerhebung „Sport im Kanton Basel-Landschaft“ zum zweiten Mal durchgeführt. Die Studie ist Teil der nationalen Erhebung „Sport Schweiz 2014“. «Sport Schweiz» ist das zentrale Beobachtungsinstrument des Schweizer Sports und wird seit dem Jahr 2000 vom Observatorium Sport und Bewegung Schweiz c/o Lamprecht & Stamm, Sozialforschung und Beratung, durchgeführt. Das primäre Ziel der Studie ist es, ein differenziertes Bild der Sportlandschaft zu zeichnen und eine zuverlässige Grundlage für sportpolitische Entscheide zu schaffen. Das Kernstück der Untersuchung für die Erhebung im Kanton Basel-Landschaft bildet eine Telefon- und Onlinebefragung einer repräsentativen Stichprobe mit 841 Befragten aus der Baselbieter Wohnbevölkerung im Alter von 15 bis 74 Jahren.

Anlässlich einer Medienkonferenz präsentierte Studienleiter Markus Lamprecht, Lamprecht & Stamm, Sozialforschung und Beratung, die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse der Kantonserhebung.

  • Der Kanton Basel-Landschaft ist etwas sportlicher als die restliche Schweiz. 76 Prozent der Baselbieter Bevölkerung treibt mindestens einmal pro Woche Sport. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist mehrmals wöchentlich sportlich aktiv und kommt dabei auf mindestens drei Stunden Sport pro Woche. Der Anteil an sehr aktiven Sportlerinnen und Sportlern vergrösserte sich in den letzten sechs Jahren. Gewachsen ist aber auch die Gruppe der Nichtsportlerinnen und Nichtsportler.
  • Mit Sporttreiben kann die Bewegungsarmut im Alltag kompensiert werden. Im Baselbiet erfüllt 83 Prozent der Bevölkerung die Bewegungsempfehlungen.
  • Frauen und Männer treiben insgesamt praktisch gleich viel Sport.
  • Die Sportaktivität unterscheidet sich je nach Bildung, Einkommen und Nationalität. Unter den Personen mit tiefer Bildung und tiefem Einkommen sowie unter den Migrantinnen gibt es besonders viele Nichtsportlerinnen und Nichtsportler.
  • Bei den Sportmotiven stehen „draussen in der Natur sein“, „Gesundheit fördern“, „Freude und Spass haben“ sowie „Abschalten können“ vor Leistung und Wettkampf.
  • Sport hat in allen Bevölkerungsgruppen und unabhängig davon, ob man Sport treibt oder nicht, ein sehr gutes Image.
  • Auf der Hitliste der beliebtesten Sportarten stehen Wandern, Radfahren, Schwimmen, Skifahren und Jogging. Diese Sportarten konnten in den letzten sechs Jahren zusammen mit Fitnesstraining, Yoga, Fussball und Tanzen ein signifikantes Wachstum verzeichnen und stehen auch oben auf der Liste der Wunschsportarten.
  • Bei den meisten Nichtsportlerinnen und Nichtsportlern handelt es sich nicht um überzeugte Sportmuffel. Oft ist Zeitmangel für die Inaktivität verantwortlich.
  • Rund ein Viertel der Bevölkerung macht aktiv in einem Sportverein mit und ein knappes Fünftel ist Mitglied in einem Fitnesscenter.
  • Fast ein Viertel der Baselbieter Bevölkerung engagiert sich freiwillig im Sport.
  • Insgesamt geben die Baselbieterinnen und Baselbieter 2664 Franken pro Kopf und Jahr für den Sport aus.
  • Analog zur restlichen Schweiz fällt auch im Kanton Basel-Landschaft den Sportmöglichkeiten in der freien Natur, den Wanderwegen, den Bädern sowie den Sporthallen eine Schlüsselrolle zu.
  • Die Bevölkerung ist mit den Sportangeboten in der Wohngemeinde mehrheitlich zufrieden; mit den Sportmöglichkeiten in der näheren Umgebung sogar sehr zufrieden.
  • Die Sportförderung ist in der Bevölkerung unbestritten. In verschiedenen Bereichen – insbesondere aber beim Kinder- und Jugendsport – gibt es viele Stimmen, die für einen Ausbau der Förderung votieren.

Erkenntnisse und Schlussfolgerungen des Direktionsvorstehers
Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli zeigte sich mit den Ergebnissen aus der Befragung zufrieden. Diese seien für ihn nicht selbstverständlich, denn der Kanton Basel-Landschaft habe im Zuge seiner Ausgabenkürzung und Verzichtsplanung auch Mittel für die Sportförderung reduzieren müssen. Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli betonte, dass es primär die Aufgabe des Kantons sei, gute Rahmenbedingungen zum Sporttreiben sicherzustellen, durch eine Sportförderung für alle Altersgruppen, durch eine für alle zugängliche, gut funktionierende Sportinfrastruktur, durch eine hohe Qualität in der Ausbildung von Leitenden und Sportfunktionären sowie durch kompetente Beratung und Unterstützung.
Damit sich die Sportförderung im Kanton Basel-Landschaft für den Altersbereich 15 bis 74 Jahre positiv weiterentwickeln kann, gab Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli, gestützt auf die Ergebnisse aus der Kantonsbefragung, für die nächsten Jahre acht Zielsetzungen bekannt.
So sieht er verstärkte Beratungs- und Unterstützungsleistungen durch das Sportamt vor. Es seien zusätzliche und kostengünstige Angebote und gezielte Aktionen für die bereits sportlich Aktiven durchzuführen, auch für die Zielgruppen, die Steigerungspotenzial aufweisen, ebenso für Nichtsportlerinnen und Nichtsportler sind gezielte Aktionen und Angebote durchzuführen. Als weitere Ziele wünscht er vermehrt Massnahmen zur Stärkung der Arbeit der Sportvereine und Sportverbände. Da nicht alle Zielsetzungen mit dem vorhandenen Budget erreicht werden können, brauche es zusätzliche Mittel, insbesondere für die Umsetzung des Jugendsportkonzepts, aber auch für die Sportinfrastruktur. Spätestens ab 2019 soll ein neuer Verpflichtungskredit KASAK 4 zur Verfügung gestellt werden.

Umsetzungsmassnahmen des Sportamtes
Thomas Beugger, Leiter Sportamt Baselland, zeigte auf, mit welchen Massnahmen das Sportamt-Team diese Zielsetzungen erreichen möchte. Gestützt auf die Befragungsergebnisse plant das Sportamt stärkere Beratungs- und Unterstützungsleistungen für die Gemeinden, Schulen, Sportvereine und die Sportverbände. Das vom Sportamt erfolgreiche lancierte Aktionsprogramm „BLyb SPORTlich aktiv“ zielt bereits auf die schon aktiven Sportlerinnen und Sportler und wird ausgebaut werden. Das Sportamt wird prüfen, ob Angebote zu anderen Tageszeiten wie bisher durchgeführt werden sollen. Für die Zielgruppe 30-44 Jahre sind spezifische Aktionen vorgesehen. Als Lösungsansatz könnten Anpassungen im persönlichen Zeitmanagement der Nichtsportlerinnen und Nichtsportler zielführend sein. Das vom Sportamt erfolgreich lancierte Aktionsprogramm „BLyb SPORTlich organisiert“, welches eine gezielte Stärkung des Vereinssports verfolgt, kann ebenfalls ausgebaut werden. Auch im Bereich der Sportinfrastruktur plant das Sportamt die Durchführung von Massnahmen, deren Umsetzung aber von den verfügbaren Mitteln abhängig ist.

Tagged with:

About author

ssp

Related Articles

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *